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Hoffmanns Erzählungen

© Foto: Heiko Sandelmann
Opéra Fantastique von Jacques Offenbach / Libretto von Jules Barbier nach dem gleichnamigen Drama von Jules Barbier und Michel Carré

Hoffmann ist rastlos. Ein Dichter, Träumer, Trinker und Exzentriker, der sich in fantastische Welten träumt, die dominiert sind von Frauen: der seelenlosen Puppe Olympia, der todkranken Sängerin Antonia und der berechnenden Kurtisane Giulietta. Er lenkt ihre Geschichten und Geschicke, und doch will sich keine als die ersehnte ideale Geliebte erweisen. Wie Dämonen verfolgen ihn skurrile Gestalten wie Spalanzani, der Schöpfer Olympias, und der Augenverkäufer Coppelius, Antonias Vater Crespel nebst einem diabolischen Doktor Mirakel oder der zwielichtige Dapertutto. Vor einem endgültigen Identitätsverlust kann ihn eigentlich nur die Muse bewahren.

Der ungebrochene Erfolg von Offenbachs letzter Oper ist einerseits begründet auf der Genialität seiner Musik, in der wir alles hören, was wir aus seinen Operetten kennen – nur radikaler und zugespitzter im Pendel zwischen Groteske, beißender Komik und schwarzem Humor. Zum Durchbruch verhilft aber auch das Theaterstück, das Jules Barbier und Michel Carré aus den Geschichten E. T. A. Hoffmanns, dem Urvater des fantastischen Genres und der Schauerromantik, konzentrieren. Offenbach stirbt vor Vollendung der Partitur. Er hinterlässt mit einem Werk ohne endgültige Fassung einen Tummelplatz für eifrige Musikforschung und somit die Notwendigkeit, immer eine neue Form für Les contes d’Hoffmann zu finden.

15.10.2021
19:30 Uhr
Großes Haus | Theodor-Heuss-Platz | 27568 Bremerhaven