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Die Eumeniden

© Foto: Manja Herrmann
Dritter Teil der Orestie des Aischylos / Übersetzt und bearbeitet von Walter Jens / UA 458 V. Chr. in Athen

Auf Agamemnons Haus liegt ein Fluch: Er opfert seine Tochter, seine Frau Klytaimnestra erschlägt ihn, der gemeinsame Sohn Orest ermordet die Mutter. Alle haben ihre Gründe, alle haben getötet, und die Erinyen sorgen als Rachegöttinnen dafür, dass das Morden kein Ende nimmt. An diesem Punkt beginnt der dritte Teil der Orestie. Gott Apoll hat Orest Schutz in seinem Tempel gewährt, um den Kreislauf der Rache zu durchbrechen. Aber er hat die Rechnung ohne Klytaimnestras Geist gemacht, der darauf besteht, dass Muttermord schlimmer sei als alles andere, und ohne die Erinyen, die ihr Recht fordern, Orest zu quälen. In ihrer Not wenden sich Gott und Mörder an Athene, die Göttin der Weisheit.

Diese aber weigert sich, eine so schwierige Entscheidung alleine zu treffen. Aus ihrer Sicht müssen die Menschen endlich selbst in der Lage sein, friedliche Lösungen zu finden.

Aischylos, der selbst in zwei Kriegen der Athener gekämpft hatte, erzählt in seiner bekanntesten Trilogie von einer Zeit des Umbruchs: dem Übergang vom Prinzip der individuellen Rache zur geordneten Rechtsprechung durch ein demokratisch legitimiertes Gericht einerseits, andererseits aber auch vom Ende des matriarchal geprägten Kultes von Fruchtbarkeit und Tod und dem Beginn des modernen Patriarchats.

26.11.2021
19:30
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